Mittwoch, 8. April 2015

„Dolma“ übersetzt in 35 Sprachen

Um Migranten im Landkreis bei der Kommunikation zu unterstützen, entstand 2010 der Dolmetscherservice („Dolma“) des Landkreises. Tschetschenisch, Persisch (Farsi) und Somalisch sind die Sprachen, um die das Repertoire nun erweitert wurde. Insgesamt bietet „Dolma“ Übersetzer für 35 Sprachen an.

24 legten im März die Prüfung zur Dolmetscherin oder zum Dolmetscher ab. Dass der kontinuierliche Ausbau des Angebots wichtig ist, zeigen die Zahlen: Im Jahre 2014 kamen die Dolmetscher 946-mal zum Einsatz, 2013 waren es noch 300 Einsätze weniger. Auch die Anzahl der Interessierten, die ihr sprachliches Talent für eine gute Sache einsetzen wollen, ist seit dem ersten Durchgang des Lehrgangs im Jahr 2009 deutlich gestiegen.

Um die Ausbildung bei „Dolma“ erfolgreich durchlaufen zu können, müssen Teilnehmer die sprachlichen Voraussetzungen schon mitbringen. Inhalte des Lehrgangs sind sowohl Methodik des Dolmetschens als auch Fachvokabular. Wenn eine Institution Bedarf an dem Dolmetscherservice für das Sozial- und Gesundheitswesen im Landkreis sieht, muss sie sich beim Landkreis melden und mitteilen, welche Sprache für den Einsatz benötigt wird und ob der Dolmetscher besondere Anforderungen erfüllen muss. Die Kosten des Einsatzes trägt die Auftrag gebende Einrichtung.

Nicht nur Menschen, die kein Deutsch sprechen, profitieren von diesem Einsatz: Bei Übersetzungsaufträgen im Krankenhaus wird es für Ärzte oder Pflegekräfte einfacher, mithilfe eines Dolmetschers mit ihren Patienten zu kommunizieren. „Wir wollen eine adäquate Gesundheitsversorgung für alle garantieren“, sagte dazu Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow.

Fachvokabular wird auch gepaukt

Die Dolmetscher lernen in ihrer Ausbildung medizinische Fachbegriffe, damit sie diese gut übersetzen können. Das erklärte Iraylo Manauski, einer der Dolmetscher, die gerade ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Auch Aneela Raza hat ihre Ausbildung gerade beendet und steht jetzt für die Übersetzung der Sprachen Urdu, die in Indien gesprochen wird, und Punjabi (Pakistan) zur Verfügung. Auch bei Behördengängen kommt es seltener zu Missverständnissen, wenn „Dolma“ mit dabei ist. Menschen, die der deutschen Sprache nicht richtig mächtig sind, können so verstehen, welche sozialen Dienste ihnen zur Verfügung stehen und sie auch in Anspruch nehmen.

„Wir haben auch Sprachen wie Amharisch, Tigrinya oder Dari im Angebot der Dolmetscher, also Sprachen, die die meisten Menschen hier regional gar nicht zuordnen können. Damit können wir eine wichtige Hilfe leisten“, ergänzte Claus Schäfer von der Stabsstelle Integration des Landkreises. Amharisch ist die Amtssprache von Äthiopien und wird vor allem dort gesprochen, aber auch in Eritrea oder etwa in Kenia. Tigrinya ist die Amtssprache in Eritrea, wird aber ebenso in Äthiopien gesprochen, und Dari ist ein Persisch, welches in Afghanistan beheimatet ist.


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