Sonntag, 23. November 2014

Deutsch-Arabischer Übersetzerpreis geht an zwei Germersheimer Absolventen




Goethe-Institut vergibt Preis in der Kategorie „Etablierte Übersetzer“ an Samir Grees und in der Kategorie „Nachwuchsübersetzer“ an Mahmoud Hassanein.


Der Deutsch-Arabische Übersetzerpreis geht dieses Jahr an zwei Germersheimer Absolventen des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft. In der Kategorie „Etablierte Übersetzer“ erhielt den Preis Samir Grees, der 1998 sein Diplomstudium am Germersheimer Fachbereich der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) abgeschlossen hat. In der Kategorie „Nachwuchsübersetzer“ zeichnete das Goethe-Institut Mahmoud Hassanein aus, derzeit Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Interkulturelle Germanistik. Die Preisverleihung erfolgte am 12. November 2014 durch den Deutschen Botschafter im Goethe-Institut Kairo.

Der Deutsch-Arabische Übersetzerpreis wurde erstmals 2010 auf der Leipziger Buchmesse verliehen. 2014 holte das Goethe-Institut Kairo den Preis nach Ägypten. Mit der Preisverleihung sollen herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Übersetzung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur ins Arabische gewürdigt und Übersetzerinnen und Übersetzer als Brückenbauer zwischen den Kulturen gefördert werden.

Samir Grees erhält den Preis für die Übersetzung eines Textauszugs aus David Wagner, „Leben“. Nach Mitteilung des Goethe-Instituts lobte die Jury insbesondere, dass sich die Übersetzung von den vielen anderen Einreichungen abhebt, indem sie vor allem den Ton des Originals trifft und sich durch hohe Natürlichkeit, Realismus und leichte Lesbarkeit auszeichnet. Samir Grees wurde 1962 in Kairo geboren. Er studierte Germanistik in Kairo und machte das Übersetzer-Diplom an der JGU. Er arbeitet heute u.a. beim Sprachendienst des Bundestages. Zahlreiche Übersetzungen von Texten renommierter Autoren und von anspruchsvollen Werken wurden bereits veröffentlicht. So hat Samir Grees u.a. Elfriede Jelinek (Die Klavierspielerin), Patrick Süskind (Der Kontrabass), Max Frisch (Montauk) und Thomas Bernhard (Wittgensteins Neffe) übersetzt.

Mahmoud Hassanein wurde für die Übersetzung eines Textauszugs von Wolfgang Herrndorf, „Sand“ mit dem Nachwuchsübersetzerpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es, er habe für einen sprachlich teils schwierigen, literarisch anspruchsvollen Text sachlich weitestgehend richtige und auch auf Arabisch schlüssige, gut lesbare Lösungen gefunden; die Übersetzung wirke ausgesprochen souverän. Mahmoud Hassanein wurde 1982 in Kairo geboren. Er studierte in Kairo Germanistik und Arabistik und in Germersheim Sprache, Kultur und Translation. Seit dem Wintersemester 2011/12 promoviert er zum Thema „Menschenrechte in Translation“. Zu seinen Übersetzungen zählen „Das war der Hirbel" von Peter Härtling, „Eine Woche voller Samstage" von Paul Maar, „Krabat" von Otfried Preußler und „Ein erster Schritt. Ein Schauspiel nach der Tell-Legende" in Zusammenarbeit mit Teatro Eskendria in Ägypten und Schnawwl am Nationaltheater Mannheim. Hassanein hat an den Workshops ViceVersa: Deutsch-Arabische Übersetzerwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin (2012) und Kein Kinderspiel!: Werkstatt für Übersetzer deutschsprachiger Literatur für junge Leser im Elsa-Brändström-Haus in Hamburg (2014) teilgenommen.

Der Deutsch-Arabische Übersetzerpreis wird alle zwei Jahre für die beste Übersetzung einer Textprobe aus einem aktuellen deutschsprachigen literarischen Werk, das bislang noch nicht auf Arabisch vorliegt, vergeben.

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